Positionspapier zu nachhaltiger Mobilität 2021-1

(Triple-E-Konzept)

1.

Eine zukunftsweisende und nachhaltige Energiepolitik muss die Versorgungssicherheit, die Wirtschaftlichkeit, die Umweltverträglichkeit und die Ressourcenschonung als wesentliche und gleichwertige Merkmale berücksichtigen. Bestehende Technologien können dabei einen wichtigen Beitrag leisten, denn sie lassen sich klimaneutral einsetzen. Das geht schnell und ist sehr wirkungsvoll.

2.

Nicht der Verbrennungsmotor, sondern der darin verbrannte erdölbasierte Kraftstoff führt zu einer zusätzlichen CO2- Belastung der Atmosphäre. In gleicher Weise, wie ein mit Biogas oder Holzpellets befeuertes Kraftwerk grünen Strom und grüne Wärme erzeugt, ermöglichen regenerative biogene und synthetische Kraftstoffe grüne Mobilität.

3.

Der Einsatz biogener und synthetischer Kraftstoffe in den vorhandenen hochentwickelten Verbrennungsmotoren bietet die Chance, Klimaschutz auf breiter Basis im Fahrzeugbestand ohne aufwändige technische Neuentwicklungen sofort umzusetzen. Folglich sind regenerative Kraftstoffe und ein auf Nachhaltigkeit gerichtetes Kraftstoffdesign politisch zu fördern.

4.

In Deutschland gibt es weder genug Flächen noch ausreichend Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse, um den Energiebedarf zu 100% regenerativ zu erzeugen. Zusätzlich zu den heimischen erneuerbaren Energien ist Deutschland auf Importe regenerativer Energie angewiesen, um den Bedarf in den Bereichen Mobilität, Industrie und Gebäude zu decken.

5.

Biokraftstoffe sind verfügbar und wirken sofort CO2-mindernd. Ihre Menge ist vergleichsweise schnell aber nicht unbegrenzt steigerbar. Die Nachhaltigkeit muss unbedingt gewährleistet sein.

6.

Biokraftstoffe bieten darüber hinaus die einzigartige Option, sie in einem insgesamt CO2-negativen Prozess zu erzeugen. Die Entwicklung solcher Lösungen muss beschleunigt werden.

7.

Nachhaltige, flüssige – und auch gasförmige – Fuels müssen integraler Bestandteil der Energiewende sein.

8.

Die Strategie zu einer erhöhten Nachhaltigkeit muss lauten: Einsparen (sparsamere Prozesse und besonnener Einsatz) – Ergänzen (Fuels mit regenerativen Anteilen) – Ersetzen (neue Technologien).

 

Kurzinfo FJRG: Die Fuels Joint Research Group ist eine 2012 gegründete und aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Medizinern interdisziplinär
zusammengesetzte Forschergruppe auf dem Gebiet der Kraftstoffforschung. Die gemeinsamen Projekte untersuchen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Kraftstoffkomponenten, dem Motor und dem Motorenöl sowie der Abgasnachbehandlung insbesondere mit Blick auf die resultierenden Emissionen und deren gesundheitliche Auswirkungen. www.fuels-jrg.de

 

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Positionspapier
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